Die besten Wettanbieter mit deutscher Lizenz 2026: Zehn geprüfte Angebote und ihr wahrer Preis
Stand: 30. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Wer nach einem Wettanbieter mit deutscher Erlaubnis sucht, will in Wahrheit eine einzige Frage beantwortet haben: Ist mein Geld bei diesem Haus rechtlich abgesichert, und zu welchem Preis erkaufe ich mir diese Sicherheit? Die amtliche Weiße Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beantwortet den ersten Teil in Sekunden. Der zweite Teil kostet mehr, als die meisten Willkommensseiten zugeben — und genau darum geht es auf den nächsten Zeilen.
Die Liste, die die Behörde als offizielle Auskunft führt, führt zum Stand vom 2. Oktober 2026 insgesamt 30 Einträge: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Anbieter ausschließlich für Pferdewetten. Die Erlaubnis ist nüchterner, als ihr Ruf vermuten lässt. Sie erlaubt Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon, als Einzel-, Kombinations- oder Systemwette, und nur in den Wettarten, die die Behörde im Sportwettprogramm freigegeben hat. Sie erlaubt kein Casino. Wer bei einem lizenzierten Sportwettenanbieter auf Slots hofft, braucht dort eine zweite, ganz eigene Erlaubnis.
Preis und Schutz hängen enger zusammen, als beide Seiten der Diskussion zugeben. Der Schutz kommt aus derselben Verordnung, die die Grenzen setzt: 1.000 € Einzahlung pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, ein Konto je Anbieter, vollständige Verifizierung vor der ersten Auszahlung, Livewetten nur auf Endresultat oder das nächste Tor. Wer diese Grenzen als Bevormundung liest, übersieht, dass sie der Grund sind, warum deutsche Anbieter überhaupt eine bankenähnlich geprüfte Einzahlung verlangen können. Wer sie als Rundumversicherung liest, übersieht, dass sie nur für Häuser mit deutscher Erlaubnis gelten — und dass die Behörde selbst von 23 % unerlaubtem Marktanteil berichtet.
Ich habe zehn Häuser herausgegriffen, die alle die Whitelist und ein aktives Sportwettenangebot unter einer .de-Adresse vorweisen können — und für eines von ihnen, Bet3000, ist die Zulassung so frisch, dass sie einem Vergleich interessanterweise mehr über den Markt erzählt als über die Marke. Bewertet habe ich sie nach dem, was Einzahlung, Bonus und Wettschein am Ende vom Konto übrig lassen.
Wie die geprüfte Auswahl entstanden ist: vier Maßstäbe, ein Wertungssystem
Was die Bewertung sichtbar macht
Vier Fragen entscheiden über die Reihenfolge. Erstens, der Lizenzstatus und der Betreiber, der in der Whitelist hinter der Marke steht: Nicht die beworbene Marke haftet, sondern die Gesellschaft, die die Erlaubnis hält — in unserem Feld meist eine Limited mit Sitz in Malta. Zweitens das Erlaubnisdatum: Es verrät, wie lange ein Haus schon unter deutscher Aufsicht wirtschaftet. Seit dem 2. Oktober 2024 muss eine Erstzulassung fünf Jahre gültig sein, ein Kandidat von 2020 hat also den kompletten Rechtsrahmen gesehen, einer von 2026 noch keine geschlossene Saison. Drittens die Produkt- und Qualitätswerte: Quoten über alle Sportarten, Tiefe des Liveangebots, Zahlungswege, Handhabung des Wettscheins. Viertens die Bedingungen, die einem Kunden Geld kosten — Mindesteinzahlung beim Bonus, Umsatzbedingungen, Mindestquote beim Freispiel, Fristen.

Diese vier Maßstäbe werden nicht gleich gewichtet. Der Lizenzstatus ist eine Ausschlussbedingung, kein Bonuspunkteposten: Wer nicht in der Liste steht, taucht hier nicht auf, und wer in der Liste steht, hat sich damit noch keine bessere Note verdient. Danach zählt der Aspekt am schwersten, der sich in Euro niederschlägt — die Bedingung, nicht das Willkommensgeschenk. Auszahlungsgeschwindigkeit, Bedienkomfort und Liveumfang liegen darunter und verschieben Plätze, stürzen aber keinen Kandidaten. Das ist eine Gewichtung, keine Wahrheit. Wer Livewetten auf Zwischenstände sucht, wird das Angebot aller zehn flach finden, und das liegt nicht an der Auswahl, sondern an der Verordnung.
Wie viele Anbieter die Prüfung überhaupt passieren
Der harte Filter ist nicht die Bewertung, sondern der Markt. Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten — 13 für stationären und Internetvertrieb, 19 nur für den Internetvertrieb. Von diesen 32 Erlaubnisinhabern hatten nur 27 ein aktives Angebot. Fünf Häuser hielten also ein Papier und offerierten nichts. Die Behörde meldet für September 2026 insgesamt 129 Veranstalter und Vermittler mit GGL-Erlaubnis über alle Glücksspielarten hinweg und 229 erlaubte Glücksspielseiten; das ist ein viel größerer Kuchen als der Sportwettenmarkt allein, und wer die beiden Zahlen durcheinanderbringt, hält ein Pferdewettbüro für einen Football-Buchmacher.
Die Diskrepanz zwischen erteilter und genutzter Erlaubnis ist ein Preis, den der Leser einer Rangliste mitbezahlt. Sie erklärt, warum so viele Listen im Netz Häuser nennen, die schlicht untätig sind.
Die Vergleichstabelle: Erlaubnis, Betreiber und Startjahr auf einen Blick
| Marke | Betreiberin laut Whitelist | Erlaubnis für Sportwetten | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited | ja, für Bet3000 | 22.04.2026 |
| Winamax | WINAMAX SA | ja, für Winamax | 29.06.2021 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | ja, für Tipico | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Ltd | ja, für Sportingbet | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | NetX Betting Limited | ja, für Sportwetten.de | 19.11.2020 |
| LeoVegas | LVSports Limited | ja, für LeoVegas | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | ja, für AdmiralBet | 09.10.2020 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | ja, für bet-at-home | 02.11.2020 |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited | ja, für Betano | 19.02.2021 |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | ja, für NEO.bet | 09.10.2020 |
Ein Detail dieser Spalten wird regelmäßig übersehen: Die Whitelist nennt ein Erstdatum, kein Ablaufdatum. Sie ist also keine Auskunft darüber, wie lange eine Erlaubnis noch läuft, sondern nur darüber, wann sie begann. Wer aus einem alten Datum ein sicheres Altvermögen ableitet, liest mehr hinein als dort steht. Was das Datum tatsächlich leistet, ist eine Marktreife — und die Streuung in der Tabelle ist groß genug, um sie zu lesen: fünf Häuser aus den ersten Monaten der Lizenzierung, eines aus der zweiten Welle, eines so jung, dass es den Rahmen noch nicht vollständig durchlaufen hat.
Diese Spanne ist auch eine Geschichte über die Bürokratie selbst. Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten wegen laufender Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden. Zwischen dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags und der ersten Unterschrift liegt ein Jahr, in dem Anbieter im Graubereich wirtschafteten — was erklärt, warum in Sammelklagen bis heute Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurückgefordert werden, die naturgemäß niemand mit deutscher Erlaubnis verantwortet hat.
Was eine deutsche Erlaubnis für Wettende wirklich ändert
Schutz, der an eine Bedingung gebunden ist
Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis ist kein Gütesiegel, sondern ein Vertrag mit Gegenleistungen. Das Haus darf werben, Vermittlungsstellen betreiben und eine .de-Adresse unter amtlicher Aufsicht führen. Dafür verlangt der Gesetzgeber Dinge, die ein Wettkonto spürbar verändern: ein Konto pro Anbieter, vollständige Identitätsprüfung, Einzahlung nur von einem Konto, das auf den eigenen Namen lautet und bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird.
Die Gutschrift kommt über den Kontostand: Spielerguthaben liegen auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto. Wird das Konto geschlossen, ist der Saldo innerhalb von fünf Werktagen auszuzahlen, ohne Gebühren. Das ist die konkrete Antwort auf die Frage, was eine Lizenz wert ist: Im Insolvenzfall eines maltesischen Betreibers steht das Geld nicht in seiner Konkursmasse, sondern außerhalb.
Bis die Verifizierung abgeschlossen ist, darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel zulassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne jede Auszahlung. Wer in dieser Phase gewinnt, kann sich den Gewinn also erst nach der Identitätsprüfung auszahlen lassen. Das ist der eigentliche Preis eines unverifizierten Kontos: Der Gewinn ist nicht weg, aber er ist bis zur Prüfung blockiert.
Der Sonderfall .de-Domain
Der arithmetisch stärkste Irrtum über deutsche Wettanbieter lautet: Wer auf einer .de-Seite wettet, wettet legal. Falsch. Alle Domains auf der Weißen Liste enden tatsächlich auf .de — aber daraus folgt nichts über eine andere .de-Seite. Eine Domain ist eine Eintragung, keine Erlaubnis. Der einzige Test ist die Liste selbst, und der zweite Blick muss auf die verzeichnete Betreibergesellschaft fallen, nicht auf die beworbene Marke.
Daneben steht der Datenschutz als zweiter, stiller Wert der Erlaubnis. Wo ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis einen Wettschein annimmt, ist im Hintergrund ein Rahmen aktiv, den er nicht abschalten kann. Wer auf einer nicht erlaubten Seite spielt, hat diesen Rahmen nicht, und er merkt es nicht daran, dass etwas fehlt, sondern daran, dass nichts begrenzt wird.
Rechtslage: Wo eine deutsche Erlaubnis aufhört und die Grauzone beginnt
Was auf einem erlaubten Sportwettenschein stehen darf
Das Sportwettprogramm ist enger, als der Wettmarkt aussieht. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorfälle darin — als Einzelwette oder kombiniert. Grundsätzlich zulässig ist also das, was ein normaler Wetter erwartet; verboten ist das, was den Sport angreifbar macht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen, sind tabu, und die Aufsicht rechnet den Fußball unterhalb der 3. Liga dazu. Manipulationsanfällige Wettarten fallen weg, Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung ebenfalls, ebenso Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse.
Die Livewette ist der Bereich, in dem der Rechtsrahmen und das Kundenbedürfnis am deutlichsten auseinandergehen. Während ein Ereignis läuft, sind nur zwei Arten erlaubt: auf das Endresultat und auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor beim Fußball ist damit in Ordnung, der nächste Satz im Tennis auch. Was fehlt, ist genau das, was Livewetter am liebsten klicken: der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball.
Deutschland hat dazu auch eine Meinung zu neuen Sportarten. E-Sport ist nach Auskunft der Aufsicht kein Sport, und Wetten darauf sind nicht möglich — ein lizenziertes E-Sport-Wetten existiert in Deutschland nicht. Wer auf einer deutschen Seite ein E-Sport-Spielbrett findet, sollte zwei Mal hinsehen, wessen Erlaubnis dort eigentlich wirkt.
Eine Zahl fehlt an dieser Stelle bewusst: Ein gesetzliches Einsatzlimit pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht. Wer eine feste Obergrenze für den einzelnen Wettschein sucht, muss sie in den Bedingungen des Anbieters suchen, nicht im Gesetz.
Steuer und Bonus: Wer zahlt und wer es bezahlt
Die Sportwettensteuer steht in den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der geleistet wird, abzüglich der Steuer selbst“. Umgerechnet auf den eingezahlten Betrag sind das rund 5,03 % — die Differenz zwischen 5,3 % und 5,03 % ist kein Rundungsfehler, sondern der Unterschied zwischen „5,3 % des Einsatzes“ und „5,3 % auf den Einsatz netto Steuer“, und beide Sätze sind in Wettforen ständig verwechselt. Steuerschuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Wetter. Ob und wie er die Steuer weitergibt, ist seine Entscheidung.
Genau hier liegt der Nebeneffekt, den die wenigsten kennen: Die Steuer trifft auch Anbieter ohne Erlaubnis. Eine gezahlte Wettsteuer ist also kein Beweis für eine Lizenz. Die Finanzverwaltung kassiert, das sagt über die Aufsicht nichts. Wer die Steuer als Legitimitätsprüfung benutzt, verwechselt zwei Behörden.
Der Sportwettenbonus ist eine Sache der Geschäftsbedingungen. Der Glücksspielstaatsvertrag setzt keine Bonusobergrenze, keine Umsatzbedingung, kein Quotenminimum. Was ein Willkommensangebot wert ist oder eben nicht, steht deshalb nur im Kleingedruckten eines jeden Hauses — und in der Sektion „Bonus und Freispiel“ genauer beleuchtet. Das ist eine direkte Folge des schlanken Regimes, und es ist der Grund, warum sich zwei Anbieter mit identischer Erlaubnis bei gleicher Quote völlig unterschiedlich anfühlen können. Bei aller Kritik an Werbeverboten: Hier hat der Gesetzgeber den Wettenden eine Vergleichsaufgabe hinterlassen, keine Garantie. Kein Werbecode wird auf dieser Seite stehen, und keine Aufforderung, einen zu benutzen.
Regeln für die Werbung gibt es gleichwohl, und sie sind fein ziseliert. Werben darf nur, wer eine Erlaubnis hält. Ein Zeitfenster von 06:00 bis 21:00 Uhr verbietet Werbung für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele — für Sportwetten gilt es nicht. Für Sportwetten gilt stattdessen: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Sender, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Offiziellen, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz.
Warum eine Curaçao- oder Anjouan-Erlaubnis in Deutschland nichts zählt
Ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten an Personen in Deutschland anzubieten ist unerlaubtes Glücksspiel. Eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta ändert daran nichts, weil sie in Deutschland schlicht keine Bedeutung hat: Aufsicht, Whitelist, OASIS und LUGAS gelten für sie nicht. Die Behörde hat erst kürzlich Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten wie etwa Platincasino gewarnt.
Die Verfolgungsstatistik hat eine Richtung. Die Zahl der Untersagungsverfahren stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025, und 1.843 illegalen Websites war 2025 der Weg nach Deutschland versperrt. Die Richtung ist eindeutig, die Verzögerung auch: Eine Sperre wirkt, nachdem ein Anbieter aufgefallen ist, nicht bevor er Kunden annimmt.
Wer auf einer nicht erlaubten Seite verliert, hat zivilrechtlich Bewegung bekommen. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — es sei denn, Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Wer aus diesen Nachrichten einen Freibrief liest, verwechselt eine Möglichkeit mit einem Versprechen. Wer einen Anspruch daraus ableitet, verwechselt ihn mit einem Urteil. Ein Rückzahlungsanspruch besteht erst, wenn ein Gericht ihn zuerkennt, und bis dahin ist ein Verlust auf einer nicht erlaubten Seite vor allem eines: ein Verlust.
Spielerschutz: Grenzen, die nur im erlaubten Markt greifen
Die Grenzen, die dem Wettkonto folgen
Wettende müssen mindestens 18 Jahre alt sein. In der Praxis entscheidet das die Kontoeröffnung, weil ohne vollständige Verifizierung nicht ausgezahlt wird.

Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat ist keine Selbstbeschränkung, die man optional dazuschalten kann. Es gilt von Gesetz wegen über alle Anbieter hinweg und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt — technisch eine der aufwendigsten Konstruktionen des deutschen Glücksspielrechts, und für den Spielenden schlicht ein Grund, seine Einsätze über zwei Häuser hinweg nicht mehr zu übersehen. Erhöhen kann ein Anbieter das Limit nur für eine einzelne Person und nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit — eine Selbstauskunft genügt nicht. Die Spanne reicht dann bis 10.000 €, in Ausnahmefällen bis 30.000 € für höchstens 1 % der aktiven Spielerschaft. Absenken wirkt sofort, Anheben erst nach sieben Tagen.
Was diese Zahlen über den Alltag sagen: Für die meisten Konten ist die 1.000-Euro-Grenze eine Decke, die weit über dem liegt, was ohnehin eingezahlt wird. Für die seltene Spezies des Großwetters ist sie eine Verhandlung mit dem eigenen Einkommensnachweis und einer Woche Wartezeit. Ein Limit, das bei kleinen Budgets nie jemandem auffällt und bei großen Budgets einen bürokratischen Umweg erzwingt, ist das Gegenteil einer Geste — es ist eine bauliche Begrenzung, und sie trifft die Wetter, die sie am meisten treffen soll.
Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist untersagt und wird über die Aktivitätsdatei überwacht. Wer sein Budget über drei Häuser streut, verliert dabei nicht nur den Überblick, sondern rechnet mit einer Verhaltensregel, die er nicht sieht.
Sperre, Pause und Panikbutton
Die Selbstsperre läuft über OASIS, das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird. Sperrt sich jemand mit einer selbst gewählten Dauer, beträgt sie mindestens drei Monate; ohne Angabe einer Frist dauert die Sperre mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus, ohne Kündigung, ohne Begründung.
OASIS gegen LUGAS: Das eine ist eine Sperrliste, das andere eine Limitdatei. Wer die beiden verwechselt, weiß nicht, warum eine Selbstsperre bei einem Anbieter nicht nur dort wirkt.
Diese Werkzeuge sind das stärkste Argument für einen deutschen Anbieter und gleichzeitig das, was in keinem Werbetext vorkommt. Hier zählt die Lizenz wirklich doppelt: Sperre und Limit sind nur so gut wie ihr Einzugsbereich. Offshore-Seiten hängen weder an OASIS noch an LUGAS, und eine Selbstsperre, die drei Häuser auffängt und das vierte nicht, ist keine Hilfe, sondern eine Illusion.
Was 1.000 € Einsatz den Wetter unter dem Strich kosten
Das folgende Beispiel ist eine Rechnung, kein Quotenangebot. Angenommen wird ein Wetter, der den gesetzlichen Standardrahmen von 1.000 € Einzahlung im Monat ausschöpft und diesen Betrag einmal zu einem zweigleisigen Markt mit den Quoten 1,90 auf beide Seiten spielt. Über die beiden Ausgänge eines solchen Marktes ergibt sich eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also rund 95 %, und damit eine Marge von rund 5 %. Auf 1.000 € Umsatz entspricht das einem statistischen Erwartungswert von etwa 50 €, den das Buchmachergeschäft der Menge nach für sich behält — bei einem angenommenen Auszahlungsschlüssel von 95,0 % und einer Marge von 5,0 %.
Das ist eine Bandbreite, keine Einzelrechnung, und sie hängt an mehreren Annahmen. Wer überwiegend Fußball spielt, landet bei den Quoten dieses Beispiels und damit bei diesen rund 50 €. Wer Kombinationen aus mehreren Sportarten spielt, trifft auf einen Auszahlungsschlüssel, der unter dem des Zweigleis-Marktes liegt, und zahlt entsprechend mehr. Und in dem Maß, in dem ein Wetter über die 1.000 € hinaus ein- und auszahlt, wächst der Betrag linear mit dem Umsatz: 5 % von 10.000 € sind 500 €, 5 % von 100.000 € sind 5.000 € — vorausgesetzt, die Quoten bleiben gleich und das Limit lässt es zu.
Zwei Dinge sagt die Zahl ausdrücklich nicht. Sie ist keine Prognose, ob eine einzelne Wette gewinnt oder verliert; die Marge ist ein Durchschnitt über sehr viele Wetten unter der Annahme gleichverteilter Ausgänge und gleicher Einsätze, kein Schicksal einer Person. Und sie beschreibt nicht die Auszahlungsquote des ganzen Marktes, sondern die eines Beispielmarktes. Die tatsächliche Auszahlungsquote im deutschen lizenzierten Sportwettenmarkt lag 2024 bei 76 %, nach 78 % im Vorjahr. Wer verstehen will, warum die Lücke zwischen einem Zweigleis-Markt bei 95 % und dem Marktdurchschnitt bei 76 % so groß ist, findet die Erklärung in der Struktur des Angebots: Größere Umsatzanteile entfallen auf Kombinationswetten und auf Märkte, deren Auszahlungsschlüssel niedriger liegt. Der Leser zahlt also in dem Maß, in dem er auf quotenschwache Märkte ausweicht.
Die zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Einzelnen
Bet3000: die Erlaubnis als Neuzugang
Bet3000 ist der frischeste Fall in dieser Auswahl. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde führt als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000 die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta; das Erstdatum der Erlaubnis ist der 22. April 2026.
Unter den zehn Häusern hier ist das ein Alleinstellungsmerkmal der ungewöhnlichen Art. Das Haus ist zum Stichtag 2. Oktober 2026 lizenziert, hat aber noch keine volle Saison unter deutschem Rahmen hinter sich. Der Vorteil für einen Kunden, der Wert auf Marktreife legt, liegt also nicht in Bet3000. Der Vorteil liegt darin, dass der deutsche Lizenzmarkt nicht geschlossen ist: Auch sechs Jahre nach der ersten Erlaubnis kommt noch ein Anbieter hinzu, und das ist eine gute Nachricht für alle, die befürchten, dass die Whitelist eine geschlossene Gesellschaft ist.
Die Whitelist führt für Bet3000.de keine Bonushöhe, keine Umsatzbedingung und kein Quotenminimum. Wer das Angebot prüfen will, liest es in den eigenen deutschen Bedingungen des Anbieters nach und rechnet die Bedingung gegen den gebotenen Betrag — das ist der einzige Weg, weil hier nichts veröffentlicht vorliegt, was die Prüfung abnehmen würde.
Wer ein Haus sucht, dessen Fehler schon gemacht wurden, findet es in der ersten Hälfte dieser Rangliste, nicht hier. Wer demgegenüber lieber dort einsteigt, wo noch etwas zu beweisen ist, findet einen Anbieter mit amtlicher Erlaubnis und noch kaum Markterfahrung unter deutschem Recht — und sollte vor der ersten Einzahlung prüfen, ob die Zahlungsarten und die Mindesthöhen zu seinem Budget passen. Das junge Erlaubnisdatum ist zugleich der Grund, warum die Platzierung nicht im oberen Drittel liegt, sondern in der Mitte: Ein Erlaubnisstatut ohne drei vollständige Jahre Betrieb unter dieser Aufsicht ist der schlechtere Vergleichsmaßstab als jenes der Häuser aus der ersten Welle.
Winamax: die älteste Kundenzulassung des Feldes
Die Winamax SA in Frankreich richtete ihre deutsche Sportwetten-Lizenzstrecke in mehreren Etappen ein. Am 29. Juni 2021 erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt die Erlaubnis für Online-Sportwetten, am 8. Dezember 2022 verlängerte es sie per Bescheid. Die Aufsicht führt die Gemeinsame Glücksspielbehörde, die Whitelist nennt für Winamax entsprechend eine Erlaubnis für Sportwetten.
Unter den zehn ist Winamax der Gegenpol zu Bet3000: Der Anbieter kennt den deutschen Rahmen seit 2021, also durch den Fall der Livewetten-Regeln, die Aufsichtsverschärfungen und mittlerweile durch die zweite Zulassungswelle. Wer den deutschen Markt vor allem aus französischer Sponsor-Perspektive kennt, wird hier das erwartbare Profil finden.
Wie zugeschnitten die Einzahlungswege und die Bonushöhe auf ein deutsches Budget sind, sagt die Whitelist nicht, und sie soll es auch nicht. Der Schritt für den Leser ist der nüchterne: die Bedingungen im eigenen Webbau des Anbieters lesen und die Umsatzbedingungen gegen die angebotene Summe rechnen. Genau das ist bei Winamax Aufgabe des Kunden, keiner Aufsichtsbehörde.
Ein Detail ist wertvoller als der Rangplatz: für einen Anbieter in gleich zwei Zulassungswellen bestätigt zu sein, heißt, dass seine Erlaubnis nicht auf einem alten Antrag ruht. Wenn eine Lizenz erneuert werden musste, ist sie auch überprüft worden.
Tipico: die Fußballquote, die den ganzen Markt repräsentiert
Die Whitelist führt für Tipico die Tipico Co. Limited, Erstdatum 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022. Gleichzeitig steht dieselbe Marke im Kern eines Vorabentscheidungsersuchens, das der Bundesgerichtshof am 25. Juli 2024 beim Europäischen Gerichtshof eingereicht hat und in dem der Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurückverlangt.
Dass eine Marke gleichzeitig auf der Weißen Liste steht und Gegenstand eines Rückforderungsverfahrens ist, ist auf den ersten Blick paradox, aber logisch: Das Verfahren betrifft Geschäftsjahre, in denen die bundesweiten Erlaubnisse noch nicht verteilt waren — die ersten wurden im Oktober 2020 erteilt. Die markante Fußballorientierung des Hauses, die sie in der Wahrnehmung trägt, ist damit gleichzeitig sein Zweitrisiko: 78 % aller Wetteinsätze in Deutschland entfallen ohnehin auf Fußball, und ein Haus, das diese Nachfrage am sichtbarsten bündelt, trägt die zugehörige Quotenkompetenz und die zugehörige öffentliche Kritik. Über die Höhe der Wettsteuer, die Tipico im Verhältnis zu anderen Häusern weiterberechnet, steht in der Whitelist nichts, und nichts darüber, wie sie den Bonus ausgestaltet. Die niedrigen Hürden des Vergleichs wiegen bei einem Haus mit einem laufenden Verfahren schwerer als bei einem unauffälligen, und das ist der Grund, warum Tipico hier nicht weiter vorne steht.
Sportingbet: zwei Erlaubnisse, zwei Geschäfte
Sportingbet trennt seine Berechtigungen deutlicher als jeder andere Kandidat. Die Sportingbet (Deutschland) Ltd nennt im Impressum eine behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21. Dezember 2022 und eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15. November 2022; Aufsichtsbehörde ist in beiden Fällen die Gemeinsame Glücksspielbehörde.
Für den Leser ist die Unterscheidung kein Formalismus, sondern eine Preisinformation. Wer auf Sportingbet wettet, unterliegt dem Sportwettenregime: keine Casinostunden, kein Limit für ein Slot-Bankroll, dafür die Livewetten-Grenzen und das Monatslimit. Wer auf der Casino-Seite desselben Hauses unterwegs ist, unterliegt einem anderen Regelwerk mit grundsätzlich anderer Struktur — und beide Berechtigungen bescheinigen einander nichts. Die Sportwetten-Erlaubnis ist keine Casino-Erlaubnis und umgekehrt, auch wenn die Marken gleich heißen. Die 06:00–21:00-Werbegrenze etwa gilt für das eine Geschäft und nicht für das andere, was auf einer Seite, die beide anbietet, zu einem komischen Werbemuster führen kann.
Wer rein Sportwetten spielt, findet hier eine über zehn Jahre alte Legitimation der deutschen Veranstaltung und einen klaren Marktabschluss; wer die Seiten wechselt, sollte sich bewusst sein, dass er mit dem Klick den Schutz der Sportwetten-Erlaubnis verlässt, soweit es dieses eigene Casino betrifft.
Sportwetten.de: die Marke, die ihr eigener Suchbegriff ist
Sportwetten.de ist der inhaltlich unspektakulärste Eintrag und zugleich einer der lehrreichsten. Die Whitelist führt für die Domain die NetX Betting Limited aus Birkirkara, Malta. Das Erstdatum steht in der amtlichen Übersicht für die Sportwetten-Erlaubnis mit 19. November 2020, die Folgeerlaubnis mit dem 16. Dezember 2022.
Die Lehre liegt im Abstand zwischen Erlaubnis und Marke. Wer eine Lizenz prüfen will, findet den Namen NetX Betting Limited, nicht den beworbenen Markennamen. Genau das ist der Fall, den die Whitelist abfängt und dessen Prüfung viele Nutzer überspringen: Ein Anbieter mit beruhigend sachlichem Domainnamen kann genauso eine ausländische Betreibergesellschaft führen wie einer mit Marketingnamen. Rechtlich spielt das keine Rolle; für einen Verbraucher ist es trotzdem ein Unterschied, wenn selbst ein Vergleichsportal im Kleingedruckten prüft, wer tatsächlich haftet.
Einen Bonuswert oder eine Mindestquote nennt die Whitelist für Sportwetten.de nicht. Der direkte Weg für die Leserin bleibt der Blick in die eigenen Bedingungen und ein Vergleich des geforderten Umsatzes mit der gebotenen Summe — der endet häufiger bei einem Freispiel als bei einem Bargeschenk.
LeoVegas: nach dem Neustart in der zweiten Welle
LeoVegas hat seine Sportwetten-Erlaubnis am 21. Oktober 2024 erhalten, nach der virtuellen Automatenspiel-Erlaubnis vom 27. Februar 2023. Auf der Whitelist ist für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin geführt.
Die Reihenfolge hier ist markant. Das Haus hatte zuerst eine Casino-Berechtigung, dann eine für Sportwetten, nicht umgekehrt. Das ist ungewöhnlich für ein Haus, dessen deutsche Sportwettenseite relativ jung ist, und es erklärt, warum LeoVegas im Sportsegment stärker als Zusatzangebot positioniert ist: Der deutsche Geschäftskern ist aus einem anderen Bereich gewachsen. Wer Livewetten mag, findet das Angebot dort aufgrund der Livewetten-Restriktion ohnehin in engeren Grenzen als auf dem internationalen Bild der Marke.
Wer auf Kombinationswetten setzt, hat noch ein zweites Argument für das Haus: Die Auszahlungsquote liegt bei Kombinationen systematisch unter dem Wert eines Zweigleis-Marktes, und das trifft alle Anbieter gleich — aber ein Anbieter mit jungen Sportquoten hat meist weniger Margenpolitur vorzuweisen. Wer bei LeoVegas einsteigt, kommt für die Marke, nicht für die Sportwetten-Premiere.
AdmiralBet: ein Erlaubnispaket aus drei Etappen
AdmiralBet ist der Kandidat mit dem vielfältigsten Erlaubnisverlauf. Die Whitelist führt für AdmiralBet die Greentube Betting Malta Limited; die Sportwetten-Erlaubnis datiert vom 9. Oktober 2020, es folgten Erlaubnisse vom 13. Dezember 2022 und vom 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022.
Drei Erlaubnisdaten in vier Jahren erzählen von zwei Dingen: Das Haus hat sich erst in der ersten Zulassungswelle etabliert und danach zweimal nachgelegt, und es hat sich nicht von selbst mit der Sportwetten-Erlaubnis zufriedengegeben. Die drei Daten sind eine schöne Illustration dafür, dass die Whitelist eine Momentaufnahme ist und keine Geschichte. Wer die Zeitachse von AdmiralBet liest, sieht ein Haus, das Erfahrung gesammelt und gleichzeitig seinen Aktionsradius erweitert hat — nichts davon sagt etwas über Quoten, Bonushöhe oder Zahlungswege, und nichts davon sagt der Leser sich selbst zurecht. Das Erlaubnisdatum von 2020 macht AdmiralBet zum Anbieter mit der längsten nachgewiesenen Aufsichtserfahrung in dieser Auswahl.
Der Punkt gegen den Anbieter: Dass die Sprossen einer solchen Historie anschaulich sind, ändert nichts daran, dass jede dieser Erlaubnisse eine Geschäftsgenehmigung ist und kein Qualitätsurteil. Wer nach einem Vergleich der Quotenmargen sucht, wird in der Whitelist nicht fündig werden.
bet-at-home: eine Sportwetten-Erlaubnis über sechs Jahre
bet-at-home hat in Deutschland einen vergleichsweise klaren behördlichen Verlauf. Die Whitelist nennt die Bet-at-home.com Internet Limited als Betreiberin von bet-at-home, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 2. November 2020, einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022.
Damit gehört bet-at-home zu den fünf Kandidaten, die seit der ersten Lizenzierungswelle durchgehend auf der Liste stehen. Für einen Wetter mit Hang zur Vorsicht ist das die relevanteste Eigenschaft: In sechs Jahren wurden die Bedingungen mehrfach nachgeschärft, und das Haus hat jede Runde mitgenommen. Das ist die stillere Form von Zuverlässigkeit, die kein Marketing nennt, die aber in der Erlaubnisakte sichtbar ist.
Eine Aussage zu Mindestquoten, Bonushöhe oder Auszahlungsdauer lässt sich daraus nicht ableiten. Für die Bewertung heißt das: ein stabiles Fundament, über dessen Produktebene die Whitelist selbst schweigt. Wer nach Sportwetten mit deutscher Lizenz sucht, findet hier einen der ältesten Häuser der Liste und sollte die Bedingungen seiner Seite trotzdem genauso genau lesen wie bei einem Neuling.
Betano: sportliche Lizenz mit eigenem Verlauf
Betano ist der zweite junge Kandidat mit einer Lizenz aus der ersten Welle, aber einem anderen Weg. Die Whitelist nennt für Betano die Betkick Sportsbetting Limited in San Giljan, Malta, mit Erlaubnis für Sportwetten seit dem 19. Februar 2021 und Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Die Geschichte reicht weiter zurück und führt über den Namen: Ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Stoiximan erhielt im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und bietet über die Domain Betano.de Wetten an.
Dass der Betreibername in der Whitelist ein anderer ist als der, den ein deutscher Wetter kennt, ist kein Sonderfall, sondern die Regel. Der zugehörige Name ist die Fußnote, die bei keiner Anbieterprüfung fehlen sollte: Nicht die Marke haftet, sondern die Gesellschaft; im Zweifel bei einem Anliegen sollte man die letztere kennen. Der Rest ist Vertrauensfrage: Wer sich beim Namen Stoiximan nichts sagt, wird bei der Betano-Zuordnung hier wenig finden, was ihm hilft.
Zu den Zahlungsarten, mit denen Betano deutsche Einzahlungen abwickelt, steht in der Whitelist nichts. Der Leser prüft das im eigenen Einzahlungsfenster des Anbieters, bevor er Geld bewegt — namentlich, ob die eigene Bank akzeptiert wird. Das ist ein Punkt, an dem ein Anbieter mit junger Erlaubnis erfahrungsgemäß häufiger nachjustiert als ein Etablierter.
NEO.bet: seit der ersten Welle auf der Liste
NEO.bet steht seit Beginn der deutschen Lizenzierung auf der Weißen Liste. Die Whitelist führt für NEO.bet die Greenvest Betting Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022.
Diese sechs Jahre sind die eigentliche Information. Der Anbieter hat den Wechsel der Livewetten-Regel, die schrittweise Verdichtung der Spielerschutzvorgaben und die Aufsichtspraxis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde vollständig miterlebt. In einer Branche, in der ein Teil der internationalen Anbieter den deutschen Markt verlassen hat, ist eine durchgehende Lizenz aus 2020 nicht selbstverständlich; wer als Deutscher lieber bei einem Haus mit langem Marktgedächtnis einsteigt, wird hier fündig.
Über das konkrete Wettprogramm sagt der frühe Eintrag wenig. Die Whitelist enthält keine Aussage zur Quotengestaltung, und der Leser liest die Bedingungen seiner Sportwettenseite selbst. NEO.bet ist das stille Ende der Rangliste — kein Neuling, aber ein Haus, das keinen spektakulären Grund braucht, um in der Liste zu stehen.
Bonus und Freispiel: Was Umsatzbedingungen und Mindestquoten vom Kontostand abziehen
Deutschland setzt dem Willkommensgeschenk keine gesetzliche Grenze. Kein Paragraph schreibt Höhe, Umsatz oder Mindestquote vor. Wer diesem Abschnitt eine Warnung entnehmen will, findet sie nicht im Gesetz, sondern in der Mechanik: Eine Gratiswette, deren Einsatz beim Gewinn nicht ausgezahlt wird, ist kein Geschenk in Höhe ihres Aufdrucks.
Rechnen wir die Standardvariante des Freispiels durch. Bei einer Gratiswette über 10 €, gesetzt zu Quote 2,00 auf einen Markt mit einer Auszahlungsquote von 95 %, ergibt sich die vernünftige Wertannahme nach 10 € × (2,00 − 1) ÷ 2,00 × 0,95 = 4,75 €. Der Faktor (Quote − 1) ÷ Quote steht dafür, dass der Einsatz des Freispiels nicht mit ausgezahlt wird: Der Wetter bekommt bei Gewinn nur den Gewinnanteil, nicht den Einsatz zurück. Was auf dem Wettschein wie 20 € aussieht, ist dem Erwartungswert nach rund 4,75 €. Der Unterschied zwischen gedrucktem Betrag und tatsächlichem Gegenwert beträgt also rund die Hälfte — und er verschwindet nicht dadurch, dass das Haus „100 % Bonus“ auf die Werbeseite schreibt.
Dieselbe Mechanik steckt hinter dem Willkommensbonus mit Umsatzbedingung, und dort wird die Bedingung zur eigentlichen Preisangabe. Eine Bonusbedingung, die einen Umsatz in Höhe des Mehrfachen des Bonus verlangt, kann einen Bonus rechnerisch vollständig entwerten, bevor der erste Euro ausgezahlt wird. Ein Bonus mit einer Mindestquote von 2,00 klingt großzügig, bis man bemerkt, dass 2,00 auf einem wettbewerblichen Markt für die schwierigen Fälle schon die Ausnahme ist und der Wetter dann auf genau die Märkte ausweicht, in denen er die höchsten Chancen hat.
Der Vergleich zweier Angebote beginnt deshalb bei der Bedingung, nicht beim Betrag. Ein kleiner Bonus mit laxen Bedingungen schlägt regelmäßig einen großen mit strengen, und die Frist, in der der Umsatz erfüllt sein muss, entscheidet über den Rest. Fehlt bei einem Anbieter eine Angabe zur Freispielhöhe oder zur Mindestquote in der amtlichen Liste, liest man sie im eigenen Konto nach, statt sie zu schätzen. Und wer ein Haus in dieser Rangliste als sein erstes wählt, sollte prüfen, ob der Bonus überhaupt in sein Budget passt, oder ob er ihn an der ersten Umsatzrunde scheitern lässt.
Welche Kosten die Lizenz selbst verursacht
Der deutsche Wettmarkt ist ein regulierter mit einem auffällig niedrigen Auszahlungsschlüssel. Die Anbieter mit Erlaubnis erzielten 2024 Bruttospielerträge von 1.963 Mio. €, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr, auf Wetteinsätze von 8,2 Mrd. € nach 7,9 Mrd. € im Jahr 2023. Die durchschnittliche Auszahlungsquote über alle gelisteten Wetten lag 2024 bei 76 %. Das ist die nüchterne Zahl, an der man die Kosten des Regimes ablesen kann: Im Durchschnitt der Einsätze bleibt ein gutes Viertel beim Buchmacher und in der Steuer. Wer auf einem Zweigleis-Markt mit 1,90/1,90 wettet, kommt wie gezeigt auf eine Marge von rund 5 %; wer Kombiwetten spielt, sieht deutlich weniger zurück.
Interessanter als die Zahl ist ihr Verlauf. Die Auszahlungsquote sank 2023 auf 78 % und 2024 auf 76 % — innerhalb von zwei Jahren um zwei Punkte. Das ist keine Kleinigkeit für einen Wetter, dessen Erwartungswert pro eingesetztem Euro gemessen wird; es verschiebt genau die Rechnung um, die in der Sektion „Was 1.000 € Einsatz den Wetter unter dem Strich kosten“ rund 50 € auf 1.000 € Umsatz ergibt. Zwei Punkte weniger Auszahlungsquote heißen rund 20 € mehr statistische Kosten pro 1.000 € Umsatz.
Neben dem Produkt steht die Abgabenlast des Anbieters. Der regulierte deutsche Glücksspielmarkt hatte 2024 ein Volumen von etwa 14,4 Mrd. €, gemessen an den Bruttospielerträgen, und die Steuereinnahmen aus Glücksspielen betrugen im selben Zeitraum rund sieben Mrd. €. Nahezu die Hälfte des Marktvolumens wandert über Abgaben in öffentliche Kassen, ein größerer Anteil, als die Bruttospielerträge an sich vermuten lassen — weil die Steuer auf Einsätze, nicht auf Erträge ansetzt. Ein Markt mit dieser Abgabenquote kann keine Auszahlungsquote wie ein unregulierter anbieten, und wer das erwartet, verlangt von einem Verstoß gegen das Rechnungswesen.
Für die Marktentwicklung ist die Kehrseite entspannend. Die Kanalisierungsquote im Online-Glücksspielmarkt betrug nach Berechnung der Aufsicht 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote. Für den Sportwettenmarkt allein ergab die Analyse anhand von Steuerdaten des Bundesministeriums der Finanzen 2022 noch eine Kanalisierung von deutlich über 95 %. Die Reservierung: Richtig prominent wird diese Zahl erst als Abfluss. Rund 23 % des Marktvolumens entgehen Regulierung und Spielerschutz, und das sind Zahlen, die den regulierten Markt mit einer Verzerrung belasten, die er nicht selbst verschuldet hat. Wer für niedrigere Quoten argumentiert, landet bei einem Vergleich mit Anbietern, die OASIS, LUGAS und das Monatslimit einfach nicht mitliefern.
Welcher Anbieter zu welchem Wetter passt
Die Kürze der Tabelle macht die Auswahl leichter, die Entscheidung aber nicht. Wer sein monatliches Budget bei den 1.000 € bemisst und ein einziges Haus will, fährt mit einem der fünf Anbieter aus der ersten Welle am unauffälligsten — Tipico, Sportingbet, Sportwetten.de, AdmiralBet, bet-at-home und NEO.bet. Sie haben denselben Regelwechsel mitgemacht und denselben Rahmen durchlaufen. Wer die jüngsten Erlaubnisdaten sucht, landet bei Bet3000 und LeoVegas.
Ein zweiter Blick auf die tatsächliche Nutzung entlastet manche Sorgen. 47 % der Wetteinsätze entfielen 2024 auf Pre-Match-Wetten, 53 % auf Live-Wetten; Fußball machte 78 % aller Einsätze aus, Basketball 8 %, Tennis 5 %, sportartenübergreifende Kombinationen 5 %, Eishockey 1 %. Wer also Fußball wettet, wettet mit der Mehrheit und wird bei jedem der zehn Häuser ein dichtes Programm vorfinden; wer Handball, Volleyball oder einen kleineren Nischenmarkt sucht, wird bei jedem der zehn früher oder später auf dünne Quoten treffen, weil die Nachfrage die Angebotstiefe bestimmt.
Die Aufteilung zwischen Pre-Match und Live ist auch der Punkt, an dem sich die Anbieter am stärksten unterscheiden dürften — und an dem die Verordnung am stärksten eingreift. Livewetten sind erlaubt, aber nur auf das Endresultat und das nächste Tor oder den nächsten Satz. Wer das Angebot überwiegend live nutzt, wird wenig finden, was über alle zehn Häuser hinausgeht; wer Pre-Match spielt, hat vollen Zugriff auf das geregelte Programm.
Bleibt eine Warnung, die am Ende dieses Vergleichs stehen muss. Die Whitelist schützt gegen Betrug, sie schützt nicht vor Verlust. Eine Erlaubnis sagt, dass ein Haus die Regeln einhält, nicht dass eine Wette gewinnt. Wer diese Erlaubnis als Lizenzerlaubnis zum Gewinnen liest, hat den Preis des Spiels nicht verstanden. Und wer glaubt, mit einem Zweigleis-Markt bei 1,90/1,90 sei alles in Ordnung, weil die Marge nur 5 % beträgt, sollte daran denken, dass 5 % von zehn Wetten ein halber Einsatz sind. Es gibt keine Strategie, die dieses Verhältnis umkehrt, und niemand kann den Ausgang einer einzelnen Wette vorhersagen.
Häufig gestellte Fragen zu Wettanbietern mit deutscher Lizenz
Woran erkenne ich, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?
Allein auf der amtlichen Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder — und dort nicht nur über die Domain, sondern über die eingetragene Betreibergesellschaft. Eine .de-Adresse beweist nichts, denn jede Domain lässt sich registrieren. Die Whitelist zeigt Erlaubnisdaten, aber kein Ablaufdatum.
Was bedeutet die deutsche Erlaubnis für das Einzahlungslimit und die Sperre über OASIS?
Für Häuser mit deutscher Zulassung gilt ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter, durchgesetzt über die Limitdatei LUGAS; OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird. Beide Werkzeuge greifen ausschließlich bei erlaubten Anbietern. Offshore-Seiten hängen an keinem von beiden.
Warum zählt eine Erlaubnis aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nichts?
Weil eine ausländische Genehmigung keine Geltung für Angebote an Personen in Deutschland entfaltet. Ohne deutsche Erlaubnis ist das Angebot unerlaubtes Glücksspiel, und die Behörde warnt Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten. Die Sperr- und Limitdateien erreichen diese Seiten nicht. Ein Rückzahlungsanspruch für Verluste besteht nur, wenn ein Gericht ihn zuerkennt.
Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie am Ende?
Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich Steuer“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Steuerschuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Wetter. Ob der Anbieter sie in seine Quoten einkalkuliert, entscheidet er selbst. Gezahlte Steuer ist deshalb kein Nachweis einer Erlaubnis.
Deckt die Sportwetten-Erlaubnis auch Slots, Poker und Casinospiele ab?
Nein. Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Casino sind getrennte Erlaubnisse mit je eigenen Regeln. Ein Haus kann beides halten, aber die Sportwetten-Erlaubnis für eine Domain erlaubt keinen Cent auf Slots. Wer auf einer lizenzierten Wettseite ein Casinospiel findet, sollte dessen Erlaubnis gesondert prüfen.
Lizenz – Bundesliga Wettquoten
Inhalt erstellt vom Team «Bundesliga Wettquoten»
