Sportwetten Bonus Vergleich 2026 – was ein Neukundenangebot wirklich verlangt
Stand: 30. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Die Zahl, mit der ein Willkommensangebot wirbt, ist die einzige Zahl an diesem Angebot, die nichts kostet. „100 % bis 100 €“ steht in jeder zweiten Anzeige, und keine dieser Anzeigen sagt, dass ein solcher Bonus bei einem Anbieter siebenmal umgesetzt werden muss, während beim Nachbarn schon die Einzahlung allein dreifach zählt. Der GlüStV 2021 setzt keine Obergrenze für Wettboni. Er überlässt Betrag, Umsatz, Mindestquote und Frist den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters — und damit genau den Stellen, an denen sich zwei Angebote mit identischer Kopfzahl um mehrere Hundert Euro Einsatz unterscheiden.
Wer vergleichen will, sollte die Einzelheiten der Anbieter prüfen. Auf dieser Seite stehen zehn Anbieter, die ihre Sportwetten in Deutschland mit Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder anbieten, jeweils mit ihrem Startangebot, den Auflagen dazu und der Einschätzung, für wen sich das lohnt. Es geht nicht darum, welches Angebot am größten ist, sondern darum, was es von dem verlangt, der es annimmt. Die Regelungen für die einzelnen Anbieter sind im Abschnitt „Die zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Vergleich“ detailliert aufgeführt.
Einzahlungslimit, Auszeit, Sperre: die Grenzen, die vor dem Bonus greifen
Ein Bonus ist ein Angebot. Das Limit ist eine Grenze. Wenn beide gleichzeitig gelten, gewinnt die Grenze — und wer das vorher weiß, plant anders.
Was der Veranstalter melden muss, bevor der Bonus überhaupt zählt
Wer in Deutschland Sportwetten abschließt, muss volljährig sein. Das ist keine Fußnote, sondern die Voraussetzung jeder Registrierung. Daran schließt sich das an, was beim Vergleich der Angebote gern unter den Tisch fällt: Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt standardmäßig über alle Anbieter hinweg zusammen und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein zweiter, dritter und vierter Anbieter mit je eigener Einzahlung verdoppelt also nicht das verfügbare Budget — 1.000 € sind 1.000 €, egal auf wie viele Konten sie verteilt werden.
Ein Veranstalter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spielenden ein höheres Limit eintragen, bis 10.000 € und in einem engen Bereich bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden. Das setzt einen nachweisbaren Beleg der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit voraus; eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Herabsetzen wirkt sofort, heraufsetzen erst nach sieben Tagen. Für den Bonusvergleich hat dieser siebte Tag eine unangenehme Konsequenz: Ein Vorhaben, das die Umsatzbedingungen mit einer großen Einzahlung in wenigen Wochen abwickeln soll, lässt sich nicht kurzfristig finanzieren. Die Wartezeit ist Teil der Rechnung.
Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlungen. Wer das nutzt, um schnell ein Konto zu eröffnen und den Bonus zu holen, steht ohne Verifizierung ohne Auszahlung da.
Auszeit und Sperre: warum der Bonus nicht der Grund sein sollte
Das Sperrsystem OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem und wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgeglichen. Wer sich dort mit einem Zeitraum einträgt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Zeitangabe gilt die Sperre mindestens ein Jahr. Der Panikbutton setzt eine sofortige Sperre von 24 Stunden.
Ein Bonus ist kein Argument gegen eine solche Entscheidung. Ein Angebot, das siebenmal umgesetzt werden muss, bindet Kapital und erzwingt eine Serie von Wetten, und die Bedingungen sind nicht darauf angelegt, dass jemand während der Freigabe pausiert. Wer merkt, dass der Umsatzdruck die Einsätze bestimmt und nicht mehr der Sport, ist an der Stelle richtig, an der die Auszeit steht, und nicht an der Stelle, an der die Frist steht. Das ist keine Binsenweisheit: Bei einem Bonus von 100 € plus 100 € Einzahlung geht es um 700 € Umsatz bei einem Anbieter und um 700 € bei einem anderen — in beiden Fällen mehr, als der Neukunde ursprünglich setzen wollte.
Die Reihenfolge, in der die Grenzen greifen
Für wen also zuerst was gilt, hängt von der Situation ab und nicht von der Reihenfolge im Kleingedruckten. Wer noch kein Konto verifiziert hat, hat ein Limit von 100 € und keine Auszahlung. Wer verifiziert ist, hat 1.000 € im Monat über alle Anbieter. Wer parallel bei mehreren Anbietern spielen will, stößt auf das Verbot des Parallelspiels nach § 6h GlüStV, das über die Aktivitätsdatei überwacht wird: Mehrere Konten bei verschiedenen Veranstaltern mit Blick auf dieselbe Begegnung sind kein Schlupfloch, sondern ein Verstoß.
Wer sein Limit senkt, kann es sofort tun. Wer es erhöhen will, wartet sieben Tage und legt Belege vor. Und wer spürt, dass das Angebot ihn in eine Geschwindigkeit bringt, die er nicht gewählt hat, greift zur Auszeit — sie wirkt sofort, während der Bonus auf sich warten lässt.
Willkommensbonus, Gratiswette, Boost: vier Arten von Angebot und ihre Auflagen
„Bonus“, „Gratiswette“ und „Boost“ sind keine Synonyme, auch wenn sie in derselben Anzeige stehen. Wer den Unterschied kennt, rechnet zwei Angebote in drei Minuten nach; wer ihn nicht kennt, vergleicht eine Kopfzahl mit einer anderen und wählt falsch.
Bonusgeld, das erst nach Umsatz zu Geld wird
Bonusgeld ist Guthaben, über das der Veranstalter bis zur Erfüllung der Bedingungen nicht verfügt — genauer: das der Spielende nicht auszahlen lassen kann, solange die Auflagen laufen. Bei Tipwin beträgt der Willkommensbonus 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €. Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten umgesetzt werden; je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 zählen. Den Bonus erhalten nur verifizierte Konten — wer vorher einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Beim Tipwin-Beispiel entspricht das 700 € Einsatz, verteilt auf mindestens sieben Wettscheine mit einer Mindestquote von 1,80.
In den Bedingungen für das Willkommensangebot von Sportwetten.de steht: 100 % der ersten Einzahlung, höchstens 100 €, nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 € sofort gutgeschrieben. Dort zählt die eingezahlte Summe einfach, der Bonusbetrag sechsfach, und zulässig sind nur Wetten mit einer Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein. Bei 100 € Einzahlung und 100 € Bonus stehen 700 € Umsatz auf dem Zettel. Die Zahl ist dieselbe, die Hürde dahinter nicht: Eine Mindestgesamtquote von 2,00 verlangt Kombinationen, die mindestens einen Außenseiter oder mehrere Auswahlen enthalten. Das ist eine andere Hausnummer als eine glatte Quote auf einen Favoriten, und es erklärt, warum zwei Angebote mit identischem Verhältnis völlig unterschiedlich lange dauern.
bpremium legt die Latte an einer dritten Stelle an: Bonusgewinne können nach den Nutzungsbedingungen erst ausgezahlt werden, wenn der Bonusbetrag fünffach und die zugehörige Einzahlung ebenfalls fünffach umgesetzt sind, bei Dezimalquoten ab 1,7. Angebote sind dort, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Die Mindestquote ist hier milder als bei Sportwetten.de, der Umsatz auf die Einzahlung aber nicht.
Gratiswetten: der Einsatz gehört nicht dem Spielenden
Eine Gratiswette ist etwas anderes als Bonusgeld, und der Unterschied liegt in einer einzigen Zeile. Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets. Die Einzahlung selbst muss für die Auszahlung einmal umgesetzt werden — die Obergrenze der Umsetzung liegt bei 100 € — und das bei einer Mindestquote von 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen dabei nicht. Das ist in den Daten das Angebot mit der klarsten Trennung: Der Freebet-Teil kommt ohne Umsatz aus, aber Geld wird aus ihm erst nach einem Gewinn.
Bei bet-at-home gab es eine 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten. Die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert sein. Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Der Zeitraum lag vor der WM und damit vor jeder Gewissheit — wer auf ein Turnier setzt, das noch nicht begonnen hat, hat ein Datum, aber keine Form.
Der MERKUR BETS CLUB zeigt die andere Sorte Gratiswette, die man nicht zum Start, sondern durch Aktivität erhält: Bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € mit Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 gibt es am Montag der Folgewoche eine 5-€-Freebet. Die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Die Freebet muss innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt genutzt wird; zulässig sind nur Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten ausdrücklich nicht. Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist kein Cashout möglich, und der Gewinn wird abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Wer also 5 € als Freebet setzt und 20 € zurückbekommt, sieht 15 € auf dem Konto. Das ist die Zeile, die in keiner Anzeige steht.
Wettstar schließlich mischt beide Formen: 20 € nach der Anmeldung, dazu ein Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 €, insgesamt bis zu 40 €. Beide Bonusbeträge sind nicht auszahlbar, und das Ganze muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal innerhalb von 60 Tagen für Wetten eingesetzt werden, danach verfällt der Bonusbetrag. Nur für Personen ohne bestehendes Wettstar-Konto.
Boosts und Versicherungen: keine Boni, aber sie ändern den Preis
Ein Boost ist kein Guthaben. Bet365 bietet einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. MERKUR BETS gibt beim Kombi-Boost ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn: 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl ein Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, bei einer Mindestquote je Auswahl von 1,21. Live-Wetten mit Boost sind dort grundsätzlich nicht erlaubt.
Diese Angebote verbessern den Preis einer Wette, sie ersetzen kein Guthaben. Wer sie mit einem Einzahlungsbonus in eine Reihe stellt, vergleicht eine Rendite mit einem Darlehen — und Letzteres muss zurückgezahlt werden, in Einsatz umgerechnet.
Was der Willkommensbonus wirklich verlangt
Die verbreitetste Kopfzahl in diesem Vergleich ist der Bonus von 100 % bis 100 €, und bei Tipwin stehen die Bedingungen vollständig beisammen. Die Rechnung ist unauffällig und ernüchternd zugleich: Einzahlen 100 €, Bonus 100 €. Umsatzpflicht sind siebenmal die Summe aus beidem, also 700 €. Bei einem maximal zählenden Wettschein von 100 € sind das mindestens sieben Wettscheine, alle mit einer Quote von mindestens 1,80, alle vor der Auszahlung. Wer kleinere Scheine spielt, braucht mehr davon — bei 10 € je Wettschein sind es 70.
Die ehrliche Antwort auf „Wie viele Wetten braucht ein Bonus von 100 €?“ lautet damit: zwischen sieben und mehreren Dutzend, je nach Einsatzhöhe pro Wettschein, und immer unter der Bedingung, dass jeder Schein die Mindestquote trifft. Alles darunter zählt gar nicht. Die Anzahl ist keine Nebenbedingung, sie ist die eigentliche Größe, denn jeder zusätzliche Schein ist eine zusätzliche Gelegenheit, danebenzuliegen.
Mindestquote: die stille zweite Hürde
Mindestquoten sind der Teil der Bedingungen, den die Anzeige nie druckt, und in diesem Vergleich decken sie eine breite Spanne ab. Tipwin verlangt 1,80 je Wettschein. Sportwetten.de verlangt eine Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein. bpremium liegt bei Dezimalquoten ab 1,7. Winamax setzt für die Umsetzung der Einzahlung 1,05 an, MERKUR BETS für die Auswahl im Kombi-Boost 1,21.
Eine Mindestquote sagt nicht, welche Wette gut ist. Sie sagt nur, welche überhaupt mitgezählt wird. Der Effekt ist subtil und teuer: Wer auf einen klaren Favoriten bei 1,60 setzt, erfüllt die Freigabebedingung nicht, auch wenn die Wette gewinnt. Wer auf einen Favoriten bei 1,80 setzt, für den der Veranstalter aber eine höhere Marge eingepreist hat, erfüllt sie und zahlt den Preis dafür. Die Bedingung verschiebt den Spielenden also systematisch dorthin, wo der Anbieter mehr verdient — nicht durch Betrug, sondern durch Arithmetik, die vorher feststeht.
Wer zwischen zwei Angeboten schwankt, sollte die Mindestquote zuerst lesen und den Betrag zuletzt. Ein Bonus über 100 € mit einer Quote von 2,00 rechnet sich anders als einer über 100 € mit Quote 1,70. Und wer sich die Umsatzbedingungen nicht vor der ersten Wette durchliest, hat sie später nur noch als Erinnerung.
Fristen: was nach Ablauf passiert
Nicht jedes Angebot hat eine Frist, aber die, die eine haben, nehmen sie ernst. Bei Wettstar muss der Bonus mindestens fünfmal innerhalb von 60 Tagen für Wetten eingesetzt werden, danach verfällt der Bonusbetrag. Bei bet-at-home musste die WM-Gratiswette bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert sein — ein Datum, das nicht verhandelbar ist. Bei der MERKUR-BETS-Freebet sind es drei Tage für die Aktivierung und sieben Tage für die Nutzung. Bei Winamax bestehen laut den Bedingungen keine weiteren zeitlichen Bedingungen; das ist die Ausnahme und nicht die Regel.
Eine Frist verwandelt ein Angebot in eine Aufgabe mit Termin. Wer 700 € Umsatz in 60 Tagen plant, verteilt über ruhige Wochen, kommt hin. Wer erst nach dem ersten verlorenen Schein anfängt zu rechnen, kommt nicht hin.
Der Wert einer Gratiswette, wenn der Einsatz nicht zurückkommt
Bei einer Gratiswette ist der Einsatz nicht Teil des Gewinns. Wer den Freebet-Einsatz nicht zurückbekommt, kann den Wert trotzdem schätzen: Freebet-Betrag mal Quote minus eins, geteilt durch die Quote, multipliziert mit der Auszahlungsquote des Marktes. Bei einer 5-€-Freebet zu einer Quote von 3,00 und einer angenommenen Auszahlungsquote von 95 % sind das rund 3,17 €. Der genaue Wert hängt von der Quote ab: Bei 2,00 sind es rund 2,38 €, bei 5,00 rund 3,80 €. Das ist der durchschnittliche Wert des Angebots, keine Zusage und kein Gewinn — bei einer einzelnen Wette geht es um den ganzen Einsatz oder um nichts, und über viele Wetten hinweg bleibt vom 5-€-Gutschein ein Bruchteil übrig.
Wer zwei Gratiswetten mit unterschiedlicher Quote vergleicht, hat damit ein Werkzeug: Eine 10-€-Freebet zu Quote 2,00 ist weniger wert als eine 5-€-Freebet zu Quote 5,00. Die Anzeige sagt das Gegenteil.
Die zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Vergleich
Wie diese Gegenüberstellung geordnet ist
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| bet-at-home | Sportwetten-Erlaubnis, Bet-at-home Internet Limited | 02.11.2020 |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis, Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Bet3000 | Sportwetten-Erlaubnis, I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
| Sportingbet | Sportwetten-Erlaubnis, Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| ODDSET | Sportwetten-Erlaubnis, Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| Sportwetten.de | Sportwetten-Erlaubnis, NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| NEO.bet | Sportwetten-Erlaubnis, Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Wettarena | Sportwetten-Erlaubnis, I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020 |
| Winamax | Sportwetten-Erlaubnis, WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021 |
| Betway | Sportwetten-Erlaubnis, Betway Limited | 09.03.2021 |
Die Spalte mit dem Erstdatum liest sich unspektakulär und erzählt trotzdem etwas. Acht der zehn Erlaubnisse stammen aus den Jahren 2020 und 2021, aus der Startphase des regulierten Marktes. Bet3000 steht mit dem 22. April 2026 allein am anderen Ende: Hier hat die I.B.C. Sportsbetting Limited eine Erlaubnis für den Sportwettenbetrieb erhalten, während dieselbe Gesellschaft unter der Marke Wettarena bereits seit dem 9. Oktober 2020 im Markt ist. Ein Erlaubnisinhaber, zwei Marken, ein unterschiedliches Startdatum — wer annimmt, das Erstdatum sage etwas über die Erfahrung des Betreibers, wird hier eines Besseren belehrt.
Ein Wort zur Datengrundlage, weil sie für die Entscheidung zählt: Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV weist nur Erteilungsdaten aus, kein Enddatum. Die erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre. Wer also einem Datum aus dem Jahr 2020 begegnet, sieht eine Erlaubnis, die turnusmäßig erneuert werden muss, und keinen Zustand ohne Ablauf.
Die lizenzierten Anbieter und ihre Startangebote
Tipwin — der Bonus mit den klarsten Umsatzgrenzen. Der Willkommensbonus beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €, die Summe aus Einzahlung und Bonus muss siebenmal in Sport- und Livewetten umgesetzt werden, höchstens 100 € je Wettschein, Mindestquote 1,80. Bonus gibt es nur für verifizierte Konten; wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, und das Angebot gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse. Auszahlungen sind erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt; für die Auszahlung müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein. Das ist ein Angebot mit sauber aufgeschriebenen Regeln und einer Kantenlänge, die es in sich hat: Die Siebenfach-Regel auf Einzahlung plus Bonus und der 100-€-Deckel je Wettschein zusammen bedeuten mindestens sieben Scheine und eine Bewertung der eigenen Spielweise vor der ersten Einzahlung. Für jemanden, der ohnehin regelmäßig in dieser Größenordnung setzt, ist die Mechanik durchschaubar; für einen Neukunden, der zehn Euro pro Wettschein spielt, wird daraus eine Beschäftigung.
Sportwetten.de — zwei Umsatzstufen mit hoher Mindestquote. Das Willkommensangebot ist ein Einzahlungsbonus über 100 % der ersten Einzahlung, maximal 100 €, sofort gutgeschrieben nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 €; maßgeblich ist die erste online getätigte Einzahlung. Der eingezahlte Betrag wird einfach, der Bonus sechsfach umgesetzt, und zulässig sind nur Wetten mit einer Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein. Bei 100 € und 100 € ergibt das 700 €. Der eigentliche Preis dieses Angebots ist die Quote 2,00. Sie schließt den ganzen Bereich solider Favoriten aus und drängt den Spielenden zu Kombinationen. Wer Kombiwetten ohnehin spielt, merkt die Bedingung kaum; wer Einzelwetten bevorzugt, merkt sie bei jedem Schein.
Winamax — der Verzicht auf Bonus-Umsatz. Die erste Einzahlung wird bis zu 100 € in Freebets verdoppelt, und für die Freebets bestehen keine Umsatzbedingungen. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, Obergrenze der Umsetzung 100 €, Mindestquote 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nicht zur Umsetzung; weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut Winamax nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Der Kontrast zu den vorigen zwei Blöcken könnte größer nicht sein: Hier liegt die Hürde nicht im Umsatz, sondern in der Form des Guthabens. Freebets bringen erst nach einem Gewinn Geld, und das ist weniger wert, als die Verdopplung der Kopfzahl suggeriert. Dass die Einzahlung nur einfach umgesetzt werden muss und dafür keine Frist genannt ist, macht das Angebot trotzdem zum flexibelsten in dieser Runde — für jemanden, der in Ruhe ausprobieren will, ohne ein Programm abzuarbeiten.
Betway — ein Angebot, das an der Zahlungsmethode hängt. Betway bewirbt für Neukunden ein Willkommensangebot, und die Auszahlungswege sind ungewöhnlich klar dokumentiert: Die Mindesteinzahlung per Skrill beträgt 5 €, die Mindestauszahlung 10 €, Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Einzahlungen per Skrill qualifizieren nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Beim Weg über Trustly beträgt die Mindesteinzahlung ebenfalls 5 €, die Mindestauszahlung 10 €, Trustly-Zahlungen sind gebührenfrei. Ausgezahlt wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung, auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Trustly-Einzahlung. Bemerkenswert ist, dass die Wahl der Methode über die Angebotsart entscheidet: Wer mit Skrill zahlt, bekommt die Freiwette und keinen Einzahlungsbonus. Für einen Spielenden, der schnelle Auszahlungen auf ein eigenes Konto einer gleichartigen Zahlungsmethode schätzt, ist das kein Nachteil, sondern ein Hinweis — wer den einen Weg wählt, verliert den anderen, und die Entscheidung fällt mit der ersten Einzahlung.
bpremium — ein Bonus, der auf beiden Seiten Umsatz verlangt. Bonusgewinne können nach den Nutzungsbedingungen erst ausgezahlt werden, wenn der Bonusbetrag fünffach und die zugehörige Einzahlung ebenfalls fünffach umgesetzt sind, bei Dezimalquoten ab 1,7. Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Die Mindestquote von 1,7 ist eine der niedrigsten in dieser Aufstellung und damit der angenehme Teil; der unangenehme ist der Umsatz auf der Einzahlung, der den Vorteil teilweise auffrisst. Für einen Spielenden, der ohnehin viele Wetten mit Quoten knapp unter 2,00 abschließt, ist die Bedingung praktisch kein Hindernis. Für jemanden, der Einzelwetten auf Favoriten spielt, schon.
bet365 — Guthaben, das an den Umsatz der Einzahlung gekoppelt ist. Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“; die Wett-Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Die zweite Hälfte dieses Satzes ist die wichtigere: Wer ein Wett-Credit-Guthaben einsetzt und gewinnt, bekommt den Gewinn ohne den Einsatz des Credits. Das ist die Mechanik der Freebet, nur mit einem anderen Namen. Daneben bietet Bet365 einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten ab 2,00 sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Der Wetten-Konfigurator, der Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ und „Wette teilen“ sind im Hilfezentrum beschrieben. Für Spielende, die ihre Wetten gern selbst zusammenstellen und einen Anbieter mit vielen Kombi-Funktionen suchen, ist das der dichteste Werkzeugkasten hier; wer nur einen Schein auf einen Sieger setzen will, nutzt davon nichts.
ODDSET — der Bonus, den diese Seite nicht kennt. Zu ODDSET trägt der Vergleich kein Startangebot mit Betrag, Umsatz oder Mindestquote. Die Erlaubnis ist eindeutig: Das Regierungspräsidium Darmstadt hat der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erteilt; Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale). Wer wissen will, ob und in welcher Form ODDSET Neukunden entgegenkommt, findet das in den aktuellen Angebotsbedingungen des Anbieters und nicht in dessen Platzierung in einer Liste. Messen lässt sich hier nichts — der Betrag, den ein Bonus verlangt, ist nicht veröffentlicht.
Sportingbet — Cash Out als das Merkmal, das den Alltag prägt. Cash Out ist bei Sportingbet nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. Ein Startangebot mit Betrag und Umsatzbedingung trägt der Vergleich zu diesem Anbieter nicht. Zwei Dinge sind trotzdem klar. Erstens fällt der Cash Out genau dort weg, wo ein Neukunde ihn nach einem Bonus am ehesten suchen würde: bei der Freebet. Zweitens bedeutet die Gutschrift erst nach Wettauswertung, dass der ausgezahlte Betrag nicht sofort verfügbar ist. Wer den Cash Out als Sicherheitsnetz versteht, das er in der Halbzeit zieht, sollte diesen Satz kennen. Wer ihn gar nicht nutzt, verliert hier nichts, was er sonst hätte.
Wettarena — eine Marke mit demselben Betreiber wie Bet3000. Die Marke Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, angeboten. Auf der Whitelist steht für die Marke Wettarena eine Sportwetten-Erlaubnis mit Erstdatum 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Zur Ausgestaltung eines Willkommensangebots trägt dieser Vergleich nichts Konkretes. Das ist weniger ein Mangel des Anbieters als ein Hinweis an den Leser: Wer beide Schwesternmarken vergleicht, wird auf denselben Erlaubnisinhaber treffen und sich dann entscheiden müssen, welches UI, welches Wettprogramm und welche Zahlungswege ihm zusagen — die Lizenzlage gibt den Ausschlag nicht. Wer seine Kontoschließung oder Beschwerde plant, sollte wissen, an wen sie geht.
Betano — dieselbe Lizenzprüfung wie alle hier, andere Angebotslage. Für Betano nennt die Whitelist die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19.02.2021 und Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Ein Startangebot mit Betrag, Umsatzvorgabe und Mindestquote gehört nicht zu dem, was dieser Vergleich zu Betano zu sagen hat. Was er sagen kann: Betano ist einer der Anbieter, deren Erlaubnis bereits einmal turnusmäßig verlängert wurde, und damit kein Neuling im regulierten Markt. Wer hier vergleichen will, muss die Maßstäbe anlegen, die im Abschnitt „Grundlagen eines Wettbonus“ stehen — Betrag, Umsatz, Mindestquote, Frist, Form des Guthabens — und sie gegen die Bedingungen des Anbieters halten. Die vier Größen entscheiden über den Wert, nicht die Marke.
NEO.bet — seit der ersten Stunde lizenziert. Die Whitelist führt für NEO.bet die Greenvest Betting Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Zu Art und Auflagen eines Neukundenangebots trägt dieser Vergleich nichts bei. Bemerkenswert ist die Kombination aus einem der frühesten Erstdaten der Liste und dem Umstand, dass die Marke im Markt der Sportwetten kein Massenanbieter ist — das Erlaubnisdatum allein sagt darüber nichts, und wer es als Qualitätsmerkmal liest, liest zu viel hinein. Wer NEO.bet in die engere Wahl nimmt, prüft also die Bedingungen des Anbieters selbst.
Was die Gegenüberstellung nicht hergibt
Zu drei der zehn Anbieter — ODDSET, Sportingbet und Wettarena — trägt dieser Vergleich kein Startangebot mit Betrag und Umsatzbedingung. Das ist keine Auslassung, sondern der Stand: Der Vergleich beschreibt Angebote so, wie die Veranstalter sie für Deutschland ausweisen. Wo das nicht der Fall ist, entsteht daraus keine Null und kein Ausschluss, sondern nur ein Nachweis, den der Leser selbst führen muss. Ein Bonus, dessen Umsatzbedingungen man nicht gelesen hat, ist keine Information, sondern eine Anzeige.
Grundlagen eines Wettbonus: warum der höchste Betrag selten der beste ist
Bonusarten: Bonusgeld, Freiwette, Freispiel und Boost
Wer Angebote vergleicht, sollte zuerst feststellen, was da eigentlich angeboten wird.

Bonusgeld ist Guthaben, das an Umsatzbedingungen gebunden ist. Bei Sportwetten.de und bpremium ist genau das beschrieben, mit unterschiedlichen Multiplikatoren auf Einzahlung und Bonus. Einzahlungsbonus heißt: Der Betrag wäre auch ohne den Bonus da, ist aber bis zur Freigabe blockiert. Die Rechnung beginnt nicht bei null, sondern bei der Einzahlung.
Eine Gratiswette ist demgegenüber ein Gutschein mit festem Wert. Bei bet-at-home 10 €, bei MERKUR BETS 5 €, bei Winamax ein bis zu 100 € großer Freebet-Betrag nach Einzahlung. Der entscheidende Unterschied liegt darin, was bei einem Gewinn zurückkommt: Bei Bonusgeld ist der Einsatz normalerweise im Gewinn enthalten, bei einer Freebet nicht. Bei MERKUR BETS wird der Gewinn ausdrücklich abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Beide Formen sind Angebote, aber eines davon gibt weniger zurück, als der Außenstehende erwartet.
Dann gibt es die Angebote, die kein Guthaben sind, sondern ein besserer Preis: Der Gewinn-Boost von Bet365, der Kombi-Boost von MERKUR BETS, der Boost für den Wetten-Konfigurator. Sie verändern nicht, wie viel Guthaben da ist, sondern was eine Wette einbringt. Sie haben eine Mindestquote je Auswahl von 1,21 bei MERKUR BETS oder kombinierte Quoten von 2,00 bei Bet365. Wer sie mit einem Bonus verwechselt, vergleicht eine Zahl, die er ausgeben kann, mit einer Zahl, die er erst noch erspielen muss.
Umsatzbedingung, Mindestquote, Frist: die drei Stellschrauben
Drei Werte bestimmen, was ein Bonus verlangt: der Umsatz, die Mindestquote, die Frist. Ein vierter gesellt sich hinzu: die Form des Guthabens.
Beim Umsatz geht es nicht um die Einzahlung. Bei Tipwin ist die Einzahlung Teil der Umsatzbasis, zusammen mit dem Bonus. Bei Sportwetten.de werden Einzahlung und Bonus getrennt multipliziert, mit dem Faktor 1 und dem Faktor 6. Bei bpremium sind es auf beide Seiten Faktor 5. Wer nur den Faktor liest und nicht, auf welche Basis er sich bezieht, vergleicht 6 mit 7 und übersieht, dass es sich um 6 auf 100 € und 7 auf 200 € handeln kann. Der Unterschied zwischen den beiden lizenzierten Anbietern Tipwin und Sportwetten.de beträgt in diesem Fall null — 700 € hier, 700 € dort — obwohl die Faktoren 7 und 6 heißen. Die Werte werden erst durch die Basis vergleichbar: 7× auf 200 € ist 700 €, 6× auf 100 € plus 1× auf 100 € ist ebenfalls 700 €. Wer die Faktoren vergleicht, sieht einen Unterschied von eins. Wer die Beträge vergleicht, sieht keinen.
Die Mindestquote begrenzt, welche Wetten zählen. Sie ist in diesem Vergleich die unterschätzteste Größe, weil sie nicht nur aussiebt, sondern umlenkt. Eine Mindestgesamtquote von 2,00 für einen Wettschein lässt sich mit zwei Favoriten zu je 1,45 erfüllen; die Kombination trägt dann eine zusätzliche Marge, weil die Marge in jeder Auswahl steckt.
Die Frist schließlich entscheidet, ob ein Vorhaben realistisch ist. 60 Tage bei Wettstar, drei und sieben Tage bei der MERKUR-BETS-Freebet, ein festes Datum von 18:00 Uhr am 28.06.2026 bei der WM-Gratiswette. Keine Frist bei Winamax.
Was die Umsatzbedingung in Einsätze übersetzt
Die Anzahl der Wetten ist keine Nebenbedingung, sie ist der Kern. Zwei Angebote mit identischem Zielumsatz unterscheiden sich vollständig darin, wie viele Wetten dieser Umsatz verlangt — und jede Wette ist ein weiterer Ausgang, der eintreten oder ausbleiben kann.
Bei einem Umsatz von 700 € und 10 € je Wettschein sind es 70 Wetten. Bei 20 € je Schein sind es 35. Bei 100 € je Schein, dem Maximum, das Tipwin zählt, sind es sieben. Eine Bedingung, die „siebenmal umsetzen“ heißt, bedeutet also nicht sieben Wetten, sondern sieben Wetten an der oberen Grenze des Einsatzes pro Schein und potenziell ein Vielfaches davon. Wer sein Spielverhalten kennt, weiß vorher, an welcher Stelle dieser Spanne er landet; wer es nicht weiß, findet es nach der ersten Woche heraus.
Und die Sperre trifft jeden Schein. Ein Wettschein über 5 € erfüllt die Mindestquote oder er erfüllt sie nicht, aber er zählt nie mehr als 5 € zum Umsatz. Bis zur Freigabe hat der Spielende kein auszahlbares Guthaben.
Die Kosten des Umsatzes
Hier endet der Vergleich zweier Boni und beginnt die Rechnung mit dem Markt. Jeder Umsatz läuft durch einen Markt, und jeder Markt hat eine Auszahlungsquote: den Anteil aller Einsätze, den der Markt an die Spielenden zurückzahlt. Sie ergibt sich aus eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, und die Marge ist hundert Prozent minus dieser Quote.
Dieser Satz entscheidet über den Wert eines Bonus, und er lässt sich beziffern. Ein Bonus, dessen Umsatz 700 € beträgt und der in Märkten mit 95 % Auszahlungsquote gespielt wird, kostet den Spielenden im Mittel rund 35 € — die Marge von 5 % auf 700 € Umsatz. Bei einer Auszahlungsquote von 92 % sind es im Mittel rund 56 €. Das ist der durchschnittliche Kostenbeitrag des Umsatzes über viele Wetten, keine Aussage über den Ausgang einer einzelnen Wette und kein erwarteter Verlust im Sinne einer Zusage — es ist ein Mittelwert, und ein einzelnes Ergebnis liegt darüber oder darunter. Der erwartete Aufwand kann nie den Umsatz übersteigen, aus dem er stammt, und diese Grenze wird bei 700 € und 5 % mit 35 € nicht einmal in die Nähe gedrückt.
Die Konsequenz ist unbequem und klar. Ein Bonus muss mehr wert sein als der Umsatz, den er verlangt — nicht mehr als die Einzahlung. Bei einer Gratiswette von 5 € zu Quote 3,00 liegt der durchschnittliche Wert bei rund 3,17 €, bei einem angenommenen Auszahlungsanteil von 95 %. Bei einer 10-€-Gratiswette zu Quote 2,00 sind es rund 4,75 €. Beide Werte liegen weit unter dem aufgedruckten Betrag. Das ist kein Grund, auf Boni zu verzichten. Es ist der Grund, weshalb zwei Angebote über 100 € unterschiedlich viel wert sind, und der Grund, weshalb „100 %“ eine Angabe über die Freigabe ist und nicht über den Vorteil.
Eine Einordnung, die diesen Abschnitt abschließt: Der sichtbarste Teil eines Angebots ist der Betrag, der wertvollste Teil ist die Freigabe. Wer nur die Beträge nebeneinanderstellt, sortiert Angebote nach dem Wert der Anzeige.
Rechtslage, Whitelist und was ein Anbieter ohne Eintrag bedeutet
Warum die Whitelist der erste Filter und kein Bonus ist
In Deutschland ist die Lage binär. Eine Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet erteilt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV; sie überwacht und ahndet nach § 28a. Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 ist der einzige Nachweis einer Erlaubnis. Der Stand vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, darunter zwei auch mit Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten.

Die Konsequenz ist, dass sich ein Bonusvergleich in Deutschland nicht an Anbietern auflisten lässt, die keine Erlaubnis haben. Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen für Wetten in Deutschland werben (§ 5 Abs. 7 GlüStV). Seit dem 1. Juli 2021 gilt der GlüStV 2021, und die Aufsichtsbehörde sitzt in Halle (Saale).
Zwei Feinheiten lohnen die Aufmerksamkeit. Erstens sagt eine .de-Domain nichts. Jeder Eintrag auf der Whitelist trägt eine .de-Adresse, aber das Umgekehrte gilt nicht — eine .de-Adresse beweist keine Erlaubnis. Zweitens ist nur die Adresse, die unter der Sportwetten-Erlaubnis eingetragen ist, zur Veranstaltung von Sportwetten berechtigt. Ein Inhaber mit Slots-, Poker- oder Casino-Erlaubnis hat damit nicht automatisch etwas für sein Sportwettenangebot nachgewiesen; das sind andere Lizenzen mit anderen Regeln.
Was lizenzierte Anbieter dürfen und was nicht
Die Whitelist entscheidet, ob jemand Sportwetten anbieten darf. Sie entscheidet nicht, welche Wetten das im Einzelnen sind — dafür gibt es das Sportwettprogramm der Behörde nach § 21 Abs. 5.
Zulässig sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Ereignisse innerhalb des Geschehens, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1). Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 nur eingeschränkt möglich: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten gesetzt werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis auch, der nächste Punkt im Tennis dagegen nicht und der nächste Korb im Basketball nicht.
Ausgeschlossen sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich — außerdem manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung nach § 21 Abs. 1a. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport lässt sich in Deutschland nicht legal bewetten, weil E-Sport von der Behörde nicht als Sport anerkannt wird. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Höchstlimit pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.
Wer den Wert eines Bonus berechnet, sollte diese Grenzen mitdenken. Ein Umsatzziel, das sich nur mit Live-Wetten oder mit unbekannten Märkten erreichen lässt, stößt schneller an die Grenzen des Programms, als es die Umsatzbedingung vermuten lässt.
Bonus und Recht: was der GlüStV regelt und was nicht
Die Werbung ist an eine Erlaubnis gebunden: Nur Erlaubnisinhaber dürfen für Wetten werben. Ein Zeitfenster von 06:00 bis 21:00 Uhr, in dem Werbung untersagt ist, gilt nach § 5 Abs. 3 Satz 1 für Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht für Sportwetten. Für den Sportwettenbereich gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung im selben Sender, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären und keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3 und 6).
Und dann der entscheidende Punkt für diese ganze Seite: Der GlüStV enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus festlegt oder begrenzt. Betrag, Umsatzvorgabe und Mindestquote stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Es gibt keine gesetzliche Obergrenze. Wer „100 % bis 100 €“ liest, liest eine Entscheidung des Anbieters und keine Regel des Gesetzgebers — und genau deshalb ist ein Vergleich nur über die Bedingungen möglich, die jeder Anbieter selbst schreibt.
Anbieter ohne Whitelist-Eintrag
Wer Sportwetten für Menschen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis anbietet, betreibt nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Die Behörde warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten, zuletzt am 17. September 2026 etwa am Beispiel von Platincasino.
Die Zahlen, mit denen solche Angebote werben, sind oft größer als alles hier Verglichene. Das ist wenig überraschend: Wer keine Erlaubnis hat, ist an die Bedingungen des genehmigten Programms nicht gebunden, muss die Anforderungen an Spielerschutz nicht erfüllen und kann deshalb mit Beträgen arbeiten, die lizenzierte Anbieter nicht anbieten. Ein größerer Bonus ist unter diesen Umständen kein Vorteil, sondern der sichtbare Teil eines Systems ohne die Schutzmechanismen, die das Limit, die Sperrdatei und das Werbeverbot ausmachen. Offshore-Angebote sind weder an OASIS noch an LUGAS angebunden; eine Selbstsperre, die man dort glaubt, existiert dort nicht.
Strafrechtlich steht das Organisieren nach § 284 StGB unter Strafe, das Bewerben nach denselben Vorschriften bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielender sind nicht belegt; das ist weder ein Freibrief noch ein Anlass zur Dramatisierung. Die Aufsicht arbeitet über Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzwerksperren nach § 9.
Zivilrechtlich wird es komplizierter. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in dem Verfahren verlangt der Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Rückzahlung ist damit niemandem versprochen. Wer heute auf einem Angebot ohne Whitelist-Eintrag spielt und auf eine spätere Erstattung spekuliert, ersetzt eine Regel durch eine Hoffnung.
Der Vergleich ist an dieser Stelle einfach. Offshore bedeutet: keine Erlaubnis, keine Anbindung an OASIS und LUGAS, keine deutschen Rechtswege mit Aussicht auf Durchsetzung — und im Zweifel höhere Limits. Ein Eintrag auf der Whitelist bedeutet: Rechtssicherheit und Spielerschutz, dafür 1.000 € Standardlimit, ein eingeschränktes Live-Programm, vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto.
Zahlungen, Steuern und die Frage nach dem eigenen Konto
Die Anforderungen an Zahlungen sind streng und erklären, warum manche Wege an einem lizenzierten Anbieter nicht funktionieren. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV sind nur Zahlungen von einem Zahlungskonto im eigenen Namen des Spielenden bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwettenmarkt heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Angelegenheit und wird nur nach seinen Bedingungen dargestellt — bei Betway etwa mit Mindesteinzahlung 5 € und Mindestauszahlung 10 € über die beschriebenen Wege, gebührenfrei, Auszahlung nur auf ein Konto auf den Namen des Kunden.
Das Guthaben der Spielenden liegt auf einem treuhänderisch verwahrten, insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).
Zur Steuer ein Satz, der in kaum einer Anzeige steht: Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, vermindert um die Steuer selbst“ (§§ 17, 18) — das sind rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter der Wette und nicht der Spielende (§ 19). Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet jeder Anbieter selbst; wer es genau wissen will, liest die eigenen Bedingungen eines benannten Anbieters. Ob eine Steuer gezahlt wurde, ist übrigens kein Nachweis einer Erlaubnis: Sie fällt auch bei unerlaubten Anbietern an.
Häufig gestellte Fragen
Was macht einen guten Sportwetten-Bonus aus, wenn mehrere Angebote verglichen werden?
Vier Größen entscheiden: Umsatz, Mindestquote, Frist und die Form des Guthabens. Ein Betrag von 100 € mit Mindestgesamtquote 2,00 verlangt andere Wetten als einer mit Quote 1,70 — und eine Freebet ohne Umsatz bringt weniger zurück als Bonusgeld mit Umsatz, weil der Einsatz im Gewinn fehlt.
Wie lässt sich der Wert eines Bonus von 100 % bis 100 € trotz unterschiedlicher Umsatzbedingungen vergleichen?
Über die Umsatzbasis, nicht über den Faktor. Bei Tipwin zählen Einzahlung und Bonus zusammen siebenfach, also 700 € bei 100 € und 100 €. Bei Sportwetten.de wird die Einzahlung einfach und der Bonus sechsfach umgesetzt, ebenfalls 700 €. Zwei verschiedene Faktoren, dieselbe Pflicht.
Was bedeutet Mindestquote, und warum begrenzt sie die zulässigen Wetten zur Bonusfreigabe?
Die Mindestquote legt fest, welche Wettscheine überhaupt zum Umsatz zählen. Bei Tipwin sind es 1,80 je Wettschein, bei Sportwetten.de eine Mindestgesamtquote von 2,00, bei bpremium 1,7. Alles darunter zählt nicht — auch dann nicht, wenn die Wette gewinnt.
Wie unterscheiden sich Bonusgeld und Gratiswette bei der Auszahlung von Gewinnen?
Bei Bonusgeld steckt der Einsatz im Gewinn. Bei einer Freebet nicht: Bei MERKUR BETS wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und bei Bet365 enthalten die Gewinne den Einsatz der Wett-Credits nicht. Aus einem 5-€-Schein mit 20 € Rückgabe werden so 15 €.
Gibt es in Deutschland eine gesetzliche Obergrenze für Wettboni?
Nein. Der GlüStV 2021 setzt keine Grenze für Wettboni; Betrag, Umsatz und Mindestquote kommen ausschließlich aus den Bedingungen des Veranstalters. Es gibt auch kein gesetzliches Höchstlimit pro Wette im Sportwettenbereich. Verlangt wird nur, dass wer für Wetten wirbt, eine Erlaubnis hat.
Was ist von einem besonders hohen Bonus eines Anbieters ohne Eintrag auf der Whitelist zu halten?
Ein Angebot ohne Erlaubnis ist nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel, und eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta gilt in Deutschland nicht. Solche Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angebunden; höhere Limits ersetzen den Spielerschutz nicht und versprechen keine Rückzahlung.
Bonus – Bundesliga Wettquoten
Inhalt erstellt vom Team «Bundesliga Wettquoten»
